Kontakt Intern Impressum

Ausbildung

Ausbildung zum Segelflugzeugführer

Endecken Sie eine unvergleichliche Sportart...

Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein...

Segelfliegen - Lautlos am Himmel schweben, wie ein Vogel durch die Luft gleiten und den Alltag unter sich zurücklassen. Eine Chance, im Einklang mit der Natur die eigenen Grenzen zu erfahren und die dritte Dimension hautnah zu erleben. Am Boden, am Ende der Welt, in den schönsten Regionen der Erde. Mit den außergewöhnlichsten Phänomen in der Luft.

Einer für alle, alle für einen...

Ohne eine helfende Hand kommt ein Segelflieger nicht weit. Darauf sind wir stolz, denn in dieser lautlosen Sportart zählt der Teamgeist. Bei Mann und Frau. Fliegen kann jede(r), doch in diesem Sport gehört noch ein wenig mehr dazu. Wer sein Fluggerät beherrschen will, muss auch am Boden die Operationen und das Handling kennen lernen und beherrschen. Damit jeder Handgriff für mehr Sicherheit sitzt. Am Boden und in der Luft.

Technik bis ins Detail...

Segelflugzeuge sind hochmoderne Leistungssportgeräte, deren cw-Wert jeden Formel-1-Rennwagen in den Schatten stellt. Leicht, filigran und elegant wirken der schlanke Rumpf oder die schmalen Flächen eines Einsitzers. Unter der zerbrechlich wirkenden Schale aber steckt knallharte Technik: Kohle- und Glasfaserverbundwerkstoffe sind das Herz des Fluggerätes. Zusätzlich werden die Flugleistungen durch Satellitennavigation und moderne Flugrechner optimiert.

Wie es funktioniert...

Segelflugzeuge werden mit der Winde oder einem Flugzeug an den Himmel gezogen. Erst wenn sie ausklinken, fliegen sie motorlos weite Strecken, auch bei Windstille. Ein Segelflieger nutzt thermische Aufwinde, die vom Boden in extremen Fällen bis zu mehreren tausend Meter in den Himmel reichen können. In der aufsteigenden Warmluft schraubt er sich in die Höhe und kann dann so bei gutem Wetter bis tausend Kilometer weit fliegen. ...und der Himmel steht dir offen!

Wer kann fliegen?

Frauen und Männer. Alt und jung. Die Ausbildung für den Pilotenschein kann man bereits mit 14 Jahren beginnen. Voraussetzung ist lediglich eine ärztliche Flugtauglichkeitsuntersuchung.

Ist Segelfliegen teuer?

Die für einen Segelflugschüler im Verlauf eines Ausbildungsjahres entstehenden Gesamtkosten belaufen sich auf zirka 250,- bis 350,- EUR. In unserem Verein kann das Mitglied durch entsprechendes Engagement bei anfallenden Arbeiten an der Technik und den Gebäuden die Höhe seiner Fluggebühren selbst beeinflussen. Einen Überblick der genauen Kostenanteile sowie der Ermäßigungen für Schüler und Studenten gibt dir unsere Finanzordnung.

Muss man ein eigenes Segelflugzeug kaufen?

Unser Verein stellt seinen Mitgliedern Segelflugzeuge zur Verfügung, die den fliegerischen Fähigkeiten der Piloten entsprechen.

Ist Segelfliegen gefährlich?

Die Technik ist ausgereift und Segelflugzeuge haben eine Festigkeit, die höher als die einer modernen Verkehrsmaschine ist. Aber ein Restrisiko bleibt auch in der Segelfliegerei durch den Faktor Mensch bestehen. Allerdings kann jeder Pilot durch die nötige Disziplin, den Respekt vor dem Sport und dem regelmäßigen Training diesen Risikofaktor entscheidend beeinflussen.

Ausbildung zum Segelflugzeugführer

Erster Start

Wenn du dich entschieden hast, die Segelfliegerei auszuprobieren, dann kann es sofort losgehen! Du brauchst erst einmal weder Vorkenntnisse noch Papiere. Du setzt dich vorne ins Flugzeug, den Lehrer im Rücken und ab geht die Post. Wenn es dir Spaß macht und du vor hast, die Ausbildung zum Segelflugzeugführer (Amtslatein) weiterzumachen, dann steht am Anfang ein kleiner Papierkrieg, bei dem dir die Vereinsmitglieder hilfreich zur Seite stehen:

Voraussetzungen für die Ausbildung sind:

  • Mitgliedschaft im Verein (Anerkennung der Satzung)
  • Vorgeschriebenes Mindestalter (14 Lebensjahre)
  • fliegerärztliche Tauglichkeit des Bewerbers
  • Es dürfen keine Tatsachen vorliegen, die den Bewerber als unzuverlässig erscheinen lassen. Tatsachen, die einen Bewerber als unzuverlässig erscheinen lassen, sind insbesondere Trunksucht, Entmündigung, gerichtliche Verurteilungen oder erhebliche Verstöße gegen Verkehrsvorschriften.
  • Zustimmung des gesetzlichen Vertreters bei minderjährigen Bewerbern.

Vor Beginn der Ausbildung müssen dem Ausbildungsleiter folgende Unterlagen vorliegen:

  • amtlich beglaubigte Geburtsurkunde,
  • fliegerärztliches Tauglichkeitszeugnis (Das erforderliche Tauglichkeitszeugnis kann nur von einem vom Luftfahrtbundesamt zugelassenen Arzt ausgestellt werden.)
  • Erklärung über schwebende Strafverfahren und darüber, dass ein Führungszeugnis zur Vorlage bei der Erlaubnisbehörde beantragt ist,
  • bei Minderjährigen: amtlich beglaubigte Zustimmungserklärung der gesetzlichen Vertreter.

Die Ausbildung in unserem Verein wird durch viele ehrenamtlich tätige Mitglieder in ihrer Freizeit durchgeführt. Sie gliedert sich in vier Abschnitte, an deren Ende immer eine Prüfung steht. Die nötigen fachlichen Voraussetzungen sind gesetzlich vorgeschrieben (LuftPersVO).

Fachliche Voraussetzungen:

  • die theoretische Ausbildung,
  • die Flugausbildung,
  • die Berechtigung zur Ausübung des Sprechfunkdienstes,
  • die erfolgreiche Teilnahme an einem "Erste Hilfe Kurs".

Die theoretische Ausbildung beinhaltet mindestens 60 Unterrichtsstunden innerhalb der letzten 4 Jahre vor Ablegen der Prüfung. Es handelt sich um folgende Fachgebiete:

  • Luftrecht, Luftverkehrs- und Flugsicherungsvorschriften
  • Navigation
  • Meteorologie
  • Technik
  • Verhalten in besonderen Fällen.

Die Flugausbildung umfasst mindestens 30 Flugstunden innerhalb der letzten 4 Jahre vor Ablegen der Prüfung auf Segelflugzeugen verschiedener Muster, davon 15 Stunden im Alleinflug. Wird die Flugausbildung innerhalb 18 Monaten abgeschlossen, so ermäßigt sie sich auf 25 Flugstunden, davon 10 Stunden Alleinflug. In der Flugausbildung müssen enthalten sein:

  • je 60 Starts und Landungen, davon 20 Alleinstarts und -Landungen und drei Landungen aus ungewohnter Position mit Fluglehrer,
  • drei Landungen mit oder ohne Fluglehrer auf mindestens einem anderen Flugplatz als auf dem, auf dem die Ausbildung stattfand,
  • selbständige Vorbereitung und Durchführung eines Überlandfluges als Alleinflug über eine Flugstrecke von mindestens 50 km im Segelflug,
  • eine theoretische und praktische Einweisung zur Beherrschung des Segelflugzeuges in besonderen Flugzuständen, in das Verhalten in Notfällen und bei Unfällen.

Ausbildungsabschnitte entsprechend der Rahmenrichtlinien des DAeC

1. Ausbildungsabschnitt - A-Prüfung
Bis zur A-Prüfung fliegst du die ganze Zeit mit Lehrer im Flugzeug. Du lernst die elementaren Dinge der Fliegerei: Starten, Landen, und das Flugzeug steuern. Das übst du, solange bis der Lehrer von deinen Fähigkeiten überzeugt ist und er während des Fluges nicht mehr eingreifen muss. Dann kommt der große Tag, der für uns alle ein sehr besonderer war: Du machst die ersten drei Alleinflüge, d.h. die ersten drei Flüge, wo der Lehrer nicht mehr im Cockpit sitzt, sondern mit einem Funkgerät am Boden bleibt und dir von unten zuschaut. Das ist gleichzeitig deine A-Prüfung.
2. Ausbildungsabschnitt - B-Prüfung
Ab jetzt wirst du den Rest deiner Ausbildung fast ausschließlich allein fliegen. Der Fluglehrer ist dabei jederzeit über Funk mit dir in Kontakt und verfolgt deinen Flug. In diesem Teil der Ausbildung geht es darum, in der Luft die ersten steileren Kreise, Kurvenwechsel und Schnellflugübungen zu machen. Die B-Prüfung besteht dann aus drei Alleinflügen mit Kurvenwechsel und Rollübungen um die Längsachse. Zum Abschluss jedes Fluges wird von dir eine Ziellandung verlangt, d.h. du hast einen 100m langen Bereich, in dem du aufsetzen musst.
3. Ausbildungsabschnitt - C-Prüfung
Um auch einmal länger als 5 Minuten in der Luft bleiben zu können, steht die Thermikfliegerei als eine Grundübung auf dem Plan. Außerdem wirst du gemeinsam mit dem Fluglehrer die Leistungsgrenzen des Flugzeugs erfliegen, z.B. Mindestgeschwindigkeiten, Trudeln, usw. Eine weitere sehr wichtige und erlebnisreiche Übung wird die Umschulung auf ein einsitziges Übungsflugzeug sein. Ebenso lernst du den "Slip" (Seitengleitflug), eine Flugtechnik, um sehr schnell Höhe zu verlieren, wie es bei einem zu hohen Endanflug notwendig sein kann. Die Prüfung in sich besteht wieder aus drei Alleinflügen, bei denen du weitere Flugfiguren wie hochgezogene Fahrtkurven und Kurvenwechsel vorführen musst, um anschließend die Landungen mit einem Slip zu vollenden.
4. Ausbildungsabschnitt - Streckenflug
Du hast jetzt deine Ausbildung am Platz vollendet. Nun heißt es erst mal, viel üben. Du wirst versuchen, dir alle fliegerischen Anforderungen in Fleisch und Blut übergehen zu lassen, um dann endlich den vierten Ausbildungsabschnitt anzufangen: Überlandfliegen. Überlandfliegen heißt, dass man sich so weit vom eigenen Flugplatz entfernt, dass ein einfaches Gleiten nicht mehr ausreicht, um den Platz wieder zu erreichen. Man ist dann gezwungen, Thermik oder andere Aufwinde zu nutzen. Wie du dir vorstellen kannst, stehen jetzt andere Anforderungen im Vordergrund, und deine rein fliegerischen Fähigkeiten müssen automatisch kommen, damit du dich auf die Navigation, Orientierung und Beobachtung des Luftraums konzentrieren kannst. Du machst mit Lehrer mindestens zwei Überlandflugeinweisungen, bei denen du lernst, wie man Strecken zurücklegen kann, wie man navigiert, du bekommst eine Einsicht in Meteorologie und du erlernst eventuell die etwas andere Möglichkeit, zu landen: auf einem Acker.

In der Zwischenzeit solltest du dir die Theorie aneignen. Die Möglichkeit dazu hast du im Winter, indem du zu unserem vereinsinternen Theorieunterricht gehst. Ebenso gibt es in Deutschland fabelhafte Literatur sowohl für blutige Anfänger als auch für Cracks. Es bringt nur Vorteile, wenn man sich etwas mehr Theorie aneignet, als die Behörden verlangen. Ebenso solltest du ein Funksprechzeugnis erwerben, das dich dazu berechtigt, z.B. auf Überlandflügen Funkkontakt mit anderen aufzunehmen. Die ganze Ausbildung ist so abgestimmt, dass am Ende die Prüfung bei der Luftfahrtbehörde erfolgreich abgeschlossen wird. Wenn alle erforderlichen Unterlagen zusammen sind, werden diese an den Regierungspräsidenten in Dresden geschickt, und eines Tages ist man dann stolzer Besitzer eines Luftfahrerscheins für Privatluftfahrzeugführer mit dem Beiblatt C (PPL-C). Bis dahin ist es aber noch ein ganzes Stück Arbeit, doch die Ausbildung macht garantiert unheimlich Spaß. Man kämpft sich nach und nach vorwärts und hat immer ein neues, interessantes Ausbildungsziel.